Pressemitteilung 2026-01
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Daniel Zanger und seine Keramik aus Tirol

In einer ehemaligen Lagerhalle in Thaur formt der frühere Grafikdesigner Daniel Zanger von Hand Keramik – und hat dabei mehr gefunden als nur ein neues Handwerk.

Die Römerstraße 8 in Thaur liegt versteckt zwischen einem Bürogebäude und einer Lagerhalle, mitten im Gewerbegebiet. Dass hier ein Töpferstudio zu finden ist, vermutet keiner. Drinnen, auf knapp 40 Quadratmetern, riecht es nach feuchtem Ton, auf den Regalen lehnen Werkstücke in verschiedenen Trocknungsstadien, und an der Drehscheibe sitzt ein Mann, der bis vor wenigen Jahren noch ganz andere Dinge tat.

Daniel, 43, war Grafik- und Webdesigner – in Agenturen ebenso wie selbstständig, unter anderem vier Jahre lang in München. Heute nennt er sich Uncle Dan und stellt mit viel Geduld und Hingabe handgefertigte Keramik her. Jedes Stück ist ein Unikat.

Töpfern erdet mich ungemein. Im Studio kann ich ohne Ablenkung komplett abtauchen.

Daniel

Vom Bildschirm zur Drehscheibe

Der Wendepunkt kam mit 38. „Wie sinnvoll ist mein Beitrag auf dieser Welt als Grafikdesigner?", fragte sich Daniel damals. "Geht es denn nur noch um Konsum? Höher, schneller, weiter?" Die Branche hatte sich gewandelt, schneller und kurzlebiger war sie geworden, und der Nutzen von Agenturen und deren Arbeitsweise wurde plötzlich fragwürdig für Daniel. Zudem wuchs das Gefühl, im Hamsterrad zu laufen. Eine klassische Sinnkrise, wie er sie selbst nennt – aber eine, die ihn nicht lähmte, sondern in Bewegung brachte. Raus aus dem Hamsterrad, zurück zum Ursprung, zurück zum Handwerk.

Aufgewachsen ist Daniel in Tirol, nach den Jahren in München kehrte er zurück und begann in seinem Keller mit den ersten Töpferversuchen. Einige Kurse und Jahre später ergab sich ein für Daniel perfektes Plätzchen in Thaur. Nach Umbau der Lagerhalle in ein funktionales Studio, ist das Studio seit Sommer 2025 fertig. Feste Öffnungszeiten gibt es bewusst keine. Wer vorbeikommen will, meldet sich bitte vorher an; meist ist Daniel unter der Woche zwischen 10 und 17 Uhr anzutreffen.

Kein Tag wie der andere

Einen typischen Arbeitstag gibt es bei Daniel bewusst nicht. Mal sitzt er an der Drehscheibe, mal schnitzt er nach der traditionellen japanischen Technik Kurinuki Becher und mal verpackt er Bestellungen oder erledigt Arbeiten am PC – ganz danach, was gerade ansteht und wonach ihm ist.

Mit Ton kann man grob und gleichzeitig sehr feinfühlig arbeiten. Man entdeckt immer wieder neue Techniken für sich – erzwingen kann man dabei allerdings nichts. Es braucht Geduld und innere Ruhe, sonst läuft es garantiert schief.

Daniel

Besonders die Kurinuki-Technik hat es ihm angetan: Statt den Ton zu drehen, wird ein Block von Hand ausgehöhlt und geschnitzt – eine jahrhundertealte japanische Tradition, die Daniel an ihrer puren Handarbeit reizt. Das Ergebnis sind Becher mit unregelmäßigen, fast skulpturalen Formen.

Was ihn am Töpfern grundsätzlich fasziniert, ist die schiere Bandbreite an Möglichkeiten – und das Wissen, dass Menschen seit Jahrtausenden auf genau diese Weise nützliche wie kunstvolle Dinge erschaffen. Eine Verbindung, die über die eigene Werkstatt hinausreicht.

Warum "Uncle Dan"

Den Namen erfand Daniel vor allem für seine weiteren Pläne: Er möchte unter einer eigenen Marke zum Beispiel auch handgemachte Papeterie wie Notizhefte und handgemachte Drucke anbieten – und ein Markenname funktioniert dafür besser als der eigene bürgerliche Name. Da er selbst schon lange Onkel ist, lag die englische Version nahe: Uncle Dan.

Ein achtsames Leben

Hinter der Keramik steckt bei Daniel eine größere Haltung. Es geht ihm nicht nur ums Töpfern, sondern um ein bewusstes, erfülltes Leben – und das bedeutet für ihn, genau hinzusehen, was man konsumiert und wie man seine Zeit verbringt. Bei Produkten genauso wie bei Lebensmitteln, Begegnungen und Erlebnissen.

Keine Massenfertigung, keine KI, keine ausgeklügelten und effizienten Systeme – Daniels Keramik entsteht mit viel Geduld und ausschließlich von Hand, in seinem kleinen Studio in Thaur. Geformt von jemandem, der genau diesen Gegensatz bewusst sucht. Wer ihm dabei über die Schulter schauen möchte, ist im Studio willkommen – bitte nach Voranmeldung.

Uncle Dan (Daniel Zanger) fertigt in seinem Studio in Thaur, Tirol, handgetöpferte Keramik. Mehr unter uncledan.at.

Infos zur Keramik

  • Sortiment: Kaffeebecher, Kaffee-/Teetassen, Schüsseln, Vasen
  • Imperfectly perfect: Die handgemachten Produkte sind alles Unikate und variieren daher in Form, Größe und Farbe.
  • lebensmittelecht und spülmaschinengeeignet
  • 100% handgefertigt: mit viel Zeit und Hingabe auf der Töpferscheibe gedreht oder per Hand geformt und anschließend händisch glasiert
  • Material: robustes, langlebiges Steinzeug
  • geringe Stückzahlen: Daniel stellt jedes Stück selbst her. Dementsprechend sind die Kollektionen jeweils limitiert.
  • plastikfrei verpackt

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mail@danielzanger.com