Pressemitteilung 2026-02
Abdruck honorarfrei, Belegexemplar oder Link erbeten
Mit Achtsamkeit aus dem Hamsterrad
"Im Hamsterrad steckst Du nur, weil Du keine Achtsamkeit lebst" – Ein Gespräch mit Daniel Zanger alias Uncle Dan
In einer ehemaligen Lagerhalle in Thaur, Tirol, formt Daniel Zanger von Hand Keramik. Bis vor wenigen Jahren saß er noch vor dem Bildschirm, als Grafik- und Webdesigner. Daniel erzählt über seinen Ausstieg, seine Ängste und darüber, was Achtsamkeit für ihn im Alltag eigentlich bedeutet.
Ein schleichender Abschied
Wer Daniel nach dem einen Moment fragt, an dem er sich vom Grafikdesign abgewandt hat, bekommt eine klare Antwort: Den gab es nicht. "Es war ein sehr schleichender Prozess, der sich über mehrere Jahre entwickelt hat", erzählt er. Vor allem in der Selbstständigkeit sei ihm immer wieder bewusst geworden, dass die Branche nicht mehr zu ihm passte – nicht, weil ihm die Arbeit selbst keinen Spaß gemacht hätte, sondern weil er den Sinn dahinter zunehmend infrage stellte. "Um was geht's am Ende des Tages eigentlich? Meistens war es so, dass es um Konsum ging", sagt er. Design- & Markenkonzepte, Webseiten – am Ende immer mit dem Ziel, Menschen zum Kaufen zu bewegen. "Das ist ein Spiel, bei dem ich nicht mehr mitspielen wollte."
Konsequent, wie er ist, wählte er seine Kunden zunehmend bewusster aus. Entscheidend war für ihn nicht das Budget, sondern die Haltung dahinter: "Mir ging's darum, ob es dem Unternehmen nur um Profit geht oder ob eine tiefere Leidenschaft dahintersteckt." Diesen Filter, sagt er, habe er relativ schnell entwickelt.
Vom Keramikhandel zur eigenen Drehscheibe
Die Idee, selbst zu töpfern, kam nicht über Nacht. Schon auf Reisen habe er immer wieder handgetöpferte Keramik entdeckt und das Handwerk sehr geschätzt – Mitbringsel aus dem Urlaub inklusive. Als klar war, dass er beruflich etwas verändern wollte, überlegte er zunächst, sein Grafikdesign-Business auf die Keramikbranche auszurichten und Töpferinnen als Kundinnen zu gewinnen. Schnell merkte er: Das ergab wirtschaftlich keinen Sinn. Stattdessen entdeckte er, dass viele Töpferinnen gerne Hilfe mit ihrem Online Shop hätten. So gründete er einen Keramikhandel – er holte die Werke von Töpferinnen aus Österreich, Slowenien und Deutschland zu sich auf Lager und verkaufte sie online. So half er ihnen, ihre Ware zu vermarkten.
Parallel dazu begann er selbst zu töpfern. Zunächst als Nebensache: "Ich konnte mir vorher nicht vorstellen, das selbst zu machen." Der Handel schien ihm der logischere, sicherere Weg. Doch der Erfolg des eigenen Geschäfts wurde am Ende zum Auslöser für die eigentliche Entscheidung: "Irgendwann lief der Keramikhandel so gut, dass ich auch keine Zeit mehr zum Töpfern hatte." Handel und eigenes Handwerk ließen sich zeitlich nicht mehr vereinbaren – eine Entscheidung war fällig. "Da hab ich beschlossen: Eigentlich will ich doch das Handwerk machen und nicht nur am Computer sitzen."
Zwischen Angst und Befreiung
Was Daniel bis zuletzt zurückhielt, waren ganz praktische Sorgen: finanzielle Unsicherheit und vor allem bürokratische Hürden. Irgendwann entschied er sich, es trotzdem zu machen. Wie sich der Moment angefühlt hat, in dem klar war – jetzt ist es soweit? "Etwas beunruhigend und zugleich befreiend", sagt er. "Es ist eine große Last von meiner Seele gefallen, weil es mich schon lange gerufen hat und ich mich nur nicht getraut habe."
Raus aus dem Hamsterrad
Was bedeutet Achtsamkeit für Daniel? Die Antwort ist klar und fällt deutlicher aus, als man vielleicht erwarten würde: „Im Hamsterrad steckst Du es aus meiner Sicht nur, weil Du keine Achtsamkeit lebst." Jeder Mensch, sagt er, habe grundsätzlich die gleichen Möglichkeiten, selbst zu entscheiden, was er will und was nicht – abgesehen von materiellen Mitteln, die er ausdrücklich nicht kleinredet. Achtsamkeit bedeutet für ihn vor allem eines: "Mit offenen Augen durchs Leben zu laufen und in der Selbstverantwortung zu sein." Zu akzeptieren, dass man für das eigene Leben selbst verantwortlich ist – und auf dieser Basis bewusstere Entscheidungen trifft.
Wer im Hamsterrad feststeckt, erkennt entweder die Alternativen nicht – oder erkennt sie sehr wohl, scheut aber den Ausstieg, weil er "mit harter Arbeit und hohem Aufwand verbunden" ist. Bequemlichkeit, sagt Daniel, sei oft der eigentliche Grund, warum Menschen bleiben, wo sie sind. „Um aus dem Hamsterrad rauszukommen, braucht es nicht unbedingt den finanziellen Erfolg. Viele bleiben dort aufgrund ihres finanziellen Erfolgs.“
Sein Rat an alle, die sich in einer ähnlichen Situation wiederfinden wie er vor einigen Jahren:
„Sei ehrlich zu Dir selbst und übernimm Verantwortung für Dein Leben." Daniel Zanger
Daniel Zanger (alias Uncle Dan) töpfert in seinem Studio in Thaur, Tirol. Besuche sind nach Voranmeldung möglich. Mehr unter uncledan.at.
Infos zur Keramik
- Sortiment: Kaffeebecher, Kaffee-/Teetassen, Schüsseln, Vasen
- Imperfectly perfect: Die handgemachten Produkte sind alles Unikate und variieren daher in Form, Größe und Farbe.
- lebensmittelecht und spülmaschinengeeignet
- 100% handgefertigt: mit viel Zeit und Hingabe auf der Töpferscheibe gedreht oder per Hand geformt und anschließend händisch glasiert
- Material: robustes, langlebiges Steinzeug
- geringe Stückzahlen: Daniel stellt jedes Stück selbst her. Dementsprechend sind die Kollektionen jeweils limitiert.
- plastikfrei verpackt
Diesen Artikel in Textform herunterladen
ProduktBilder
Copyright alle Fotos: Daniel Zanger
Produktion
Copyright alle Fotos: Daniel Zanger
Logos (PNG)
Logos (SVG)
Dein Ansprechpartner
Daniel Zanger
+43 660 1614150
mail@danielzanger.com